GOOD THINGS TAKE A SECOND
MOST LOVE IT
GOOD THINGS TAKE A SECOND
I HOPE I DID NOT
I AM GOING TO GET YOU GUYS THE CASH
PRESSETEXT
Die Gruppenausstellung "hier und anderswo" im Museum Marta Herford präsentierte eine konzentrierte Auswahl von Künstlern, die biografisch in ganz unterschiedlicher Weise mit der Region OWL verbunden sind. Während der Begriff „hier“ zumeist mit dem Nahen oder Vertrauten verbunden ist und „anderswo“ mit dem Fremden, so kann zugleich die Ferne gerade durch ihre Andersartigkeit zum Ort der Sehnsucht und der Projektion werden. Künstler zählen in besonderem Maß zu den „Nomaden“ unserer Gesellschaft, was sich auch in den Werken der Ausstellung thematisch abzeichnet. Der Ausstellungstitel spielt aber nicht nur auf den Aspekt einer zunehmend mobileren Gesellschaft an, sondern steht auch für einen mentalen Schwebezustand. Einige Beiträge vermitteln das Gefühl einer sozialen Verunsicherung oder eines Nicht-verortet-Seins, das sich in der Begegnung mit Kunst – hier und anderswo zugleich – verwandeln kann, so dass sich aus dieser Konfrontation neue Möglichkeiten zur Identitätsbildung eröffnen.

In ihrer freischaffenden Tätigkeit für das Berliner Designbüro Hort entwickeln Tim Rehm und Tim Sürken Konzepte für internationale Unternehmen. Der Kontakt zu den Auftraggebern beschränkt sich dabei zumeist auf einen Austausch von Emails. In den wenigsten Fällen treffen sie Kunden persönlich oder erfahren im Anschluss an die Kooperation, inwiefern Ideen umgesetzt wurden. Mit ihrem Plakatprojekt für den Außenraum, das speziell für den Ausstellungsort umgesetzt wurde, reagieren sie humorvoll auf den virtuellen Charakter dieser Geschäftsverbindungen, indem sie Ausschnitte aus den Korrespondenzen grafisch bearbeiten und Postermotive daraus entwickeln. Die claimhaften Texte in Englisch auf den Großflächenplakaten wie „Most love it“, „Good things take a second to sink in“, „I hate to keep being Mr. Downer“ oder „I am going to get you guys the cash“ zeugen von einer künstlichen Werbesprache. Trotz der großen Lettern stellen ihre lakonischen, typografischen Umsetzungen in Schwarzweiß einen deutlichen Gegenpol zu der grell-farbigen Werbewelt dar und sie entwickeln eine eigene zarte, aber melancholische Poesie, die die Flüchtigkeit alltäglicher, weltweiter Internetkommunikation konterkariert.
The group exhibition "hier und anderswo" at Museum Marta Herford presented a concentrated selection of artists, whose biographies link them in various ways with the OWL region. While the term “here” is generally associated with what is close or familiar and “elsewhere” with the unknown what is distant can become a place of longing and projection precisely because of its different quality. To a particular degree artists number amongst the “nomads” of our society, which is also reflected as a topic in the exhibited works. However, the exhibition title not only alludes to the aspect of an increasingly more mobile society but also stands for a mental state of suspense. Several exhibits communicate the feeling of social insecurity or not belonging in a specific place, which can alter in the encounter with art – both here and elsewhere so that new means of creating an identity emerge from this confrontation.

Tim Rehm and Tim Sürken freelance for the Berlin based design agency Hort. The installation, which was specially developed for the exhibition, deals with the transience in global internet communications. It's a humorous respond on virtual business relationships. The claims like "Most love it," "Good things take a second to sink in," "I hate to keep being Mr. Downer" or "I am going to get you guys the cash" testify an artificial language of advertising but appear as a clear counterpoint to the brightly-colored world of advertising.